Ein Erlebnis mit Gott
Der 19. April 1997 war ein etwas untypischer Samstag für mallorquinische Verhältnisse. Ich kam von einem gemütlichen Nachmittag mit einem gläubigen 50jährigen Spanier und fuhr auf der Schnellstraße in Richtung Zuhause, während es fortwährend leicht nieselte und die tiefhängenden Wolken, die sich in dem Talkessel gefangen hatten, vermittelten den Eindruck, als wäre es schon spät und würde dunkel ... dabei war es erst halb sechs.
Ein wahres Mistwetter angesichts der Tatsache, daß es mit Ausnahme von zwei Tagen um Ostern schon seit Dezember nicht geregnet hatte. Vermutlich war ich daher das Fahren auf feuchter Straße nicht mehr gewohnt, und war mir schon gar nicht der glitschigen dünnen Schlammschicht bewußt, die sich auf der glatten Asphaltschicht zu bilden begann.
Noch durch einen kleinen Ort hindurch, und dann ging es kurze Zeit nach Ortsende in Richtung heimwärts nach Sóller, wo ich wohne. Die Abzweigung war aus meiner Richtung gut einsehbar, denn es geht nur entweder geradeaus oder, wo ich hinwollte, in Richtung 2 Uhr rechts ab. Zwischen den Straßen steht auf dem Scheitelpunkt ein Betonblock mit dreieckiger Grundfläche, der als Wegweiser dient(e).
Ich kenne die Strecke wie im Schlaf und nahm die Abzweigung so mit den üblichen 60 Sachen. Was sich bei dem Wetter als etwas schnell erwies. Als ich das Lenkrad einzuschlagen begann, änderte das Fahrzeug seine Richung nach rechts. Ein Stück weit. Und dann ging es plötzlich immer dem Schwung nach. Auf den Betonblock zu. Mit 60. Ich sah die spitze Seite des dreieckigen Gebildes auf mich zu kommen. Und dann fehlen einige Sekunden...
Nein, ich hatte nicht einen Schock. Sonst könnte man sagen, der hätte mir die Erinnerung genommen. Erstaunlicherweise hatte ich nicht einmal danach einen Schock. Ist ja auch erst zwei Stunden her, wo ich dies tippe. Ich meinte, es fehlten einige Sekunden. Ich saß einfach völlig unversehrt (mit nicht mal einer Schramme oder einer Beule, einfach völlig unberührt) in dem, was kurz vorher mein Auto gewesen war und erinnerte mich daran, wie ich auf derselben Fahrt etwa 10 Minuten früher Gott wieder einmal alles hingelegt hatte und dabei sogar wörtlich gesagt hatte, alles, was ich besitze, ist Dein, Herr: Meine Wohnung, mein Auto, all mein Zeugs ... ich gebe es Dir ganz, benutze es zu Deiner Verherrlichung und zeig mir auch, wo ich zu sehr an diesen materiellen Dingen hänge. Soso, dachte ich nun, er prüft die seinen, und wen der Vater liebt, den trainiert er entsprechend, Amen?!
Auf der Stelle begann ich den Herrn zu preisen und ihm zu danken. Zum einen für die Bewahrung, die er mir geschenkt hatte. Zum anderen, weil er mir so einen Frieden über die Situation gab, und das, obwohl ich in den Überresten meines Autos saß und theoretisch auch genügend Anlaß zu Ärger, Sorge und Unmut hätte haben können. Ich mußte ihm einfach die Ehre zuteil werden lassen, die er gewiß nicht hätte nochmals unter Beweis stellen müssen. Es war einfach Gnade.
Nun ja, da waren noch die anderen Leute, die panisch ankamen, in der Hoffnung, es hätte überhaupt noch Sinn, den Notarzt zu rufen. Die machten sich nun erst recht Sorgen, denn angesichts meines Lobpreises mußte jeder vernünftige Mensch schlußfolgern, mein Kopf hätte am meisten abbekommen. Aber vielleicht habe ich auch ihnen gegenüber einen Punkt gemacht im Danken.
Gott ist einfach gut. Am Samstagabend an der Landstraße eine Tankstelle zu finden, wo noch ein Mechaniker ist, ist schon sehr schwierig. Eine mit Mechaniker zu finden, der auch noch Englisch kann, ist fast aussichtslos. Einen englischsprechenden Mechaniker zu finden, der sonst nur Traktoren repariert, der dann auch noch nach zwei Stunden in der Werkstatt (meiner Meinung nach hatte er so lange versucht, um die Zeit in Palma einen Abschleppwagen zu organisieren) aus der Halle gelaufen kommt und verkündet, dieses Ding könne ungeachtet seines Aussehens erstmal wieder fahren, ist ein Wunder. Die Kühlanlage hatte sich nach dem Aufprall ganz woanders befunden. Nicht einmal diese feinen Kühlerröhrchen waren offenbar kaputt! Na gut, am Ventilator und einigen anderen Teilen hat er ganz schön rumgebogen und gehämmert. Aber bis nach Sóller hat es irgendwie gehalten. Und bis zur Werkstatt schaffte die Karre es am Montag dann auch noch.
Ich weiß nicht, was mich bewahrt hat. Ich weiß nur, wer es war. Ihm möchte ich alle Ehre geben. Groß ist der Herr, der regiert über alles, was da ist! Die Naturgesetze sagen mir, das Auto ist gleich platt und du genauso. Gott sagt zu mir: "Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein!" Denen, die an ihn glaubten, gab er die Macht Gottes Kinder zu sein - ein Privileg, das ich in keiner Sekunde meines Lebens missen möchte...ein Kind des Höchsten zu sein, dem gegeben ist ALLE Macht im Himmel und auf Erden.
In solchen Situationen, wie von mir geschildert, hilft kein ABS, kein Gurt, keine Versicherung. Da hilft nur das altbekannte Vitamin B3 - persönliche Beziehung zum dreieinigen Gott. Und Vitamin B - die Bibel - ist der Schlüssel dazu. Euch allen, die Ihr dies lest, Gottes reichen Segen; und ich hoffe, durch dieses Zeugnis hat sich mein Erlebnis auch für Euch als erbaulich erwiesen.
